Schon Buchla Synthesizer der 70er hatten Step-Sequenzer mit einer Art Touch-Tastatur, die Sequenzen „spielbar“ machten. Einen ähnlichen Ansatz hat der René von Make Noise, es gibt 16 beleuchtete Drehregler und 16 berührungsempfindliche Touch-Strips, die zum Ein- und Ausschalten, aber auch zum manuellen Spielen der Step-Locations dienen. Man selber wird zum Teil des Patches!

In René schlummern eine Million Möglichkeiten

Linear ablaufende Step-Sequenzen sind dabei seine einfachste Disziplin. Der Kick an René ist sein Cartesianisches Prinzip, hergeleitet vom Philosophen René Descartes. Man muss sich die 16 Steps als Koordinaten-System vorstellen, wobei die Steps die Knotenpunkte sind. Welcher Step wann gespielt wird, hängt von der Situation der beiden Clock-Eingänge ab. Die Clocks können in ihrer Mischung moduliert werden und auch separat Reset-Impulse empfangen. Die interne Logik entscheidet, welche Steps vom Sequenzer angefahren werden. Die Ergebnisse sind immer wieder verblüffend: Mit nur wenigen aktivierten Steps lassen sich musikalische Motive erzeugen, die ständig variieren, dabei aber nicht total nach Zufall klingen, sondern immer eine gewisse Selbstähnlichkeit und auch den ostinaten Charakter beibehalten. Es klingt irgendwie immer musikalisch.

 

Der Kick an René ist sein Cartesianisches Prinzip, hergeleitet vom Philosophen René Descartes.

 

Step-Sequenzen variieren mit Make Noise René

Wer mit Step-Sequenzern arbeitet, wird den Moment kennen: Sobald eine Sequenz richtig gut läuft, möchte man sie nach eine gewissen Zeit auch variieren. Das kann man über Schalter und Regler machen, aber manchmal möchte man einfach, dass Sequenzen selbständig leicht variieren. Dafür ist René ein wirklich tolles Werkzeug. Außerdem inspiriert das Ding zu jede Menge Experimenten – man kann ihn z.B. auch mit Pulsen im Audio-Bereich takten und abgefahrene Noise-Cluster erzeugen. Der Make Noise René ist eines der etwas kostspieligeren Eurorack-Module, aber er ist eine Anschaffung fürs Leben!

make noise rene plus clock divider

Make Noise René plus Click Divider

Da der Make Noise René zwei Clock-Eingänge bietet, ist ein Clock Divider eine sinnvolle Ergänzung. Mein absoluter Tipp ist das seltene Modul Ultima Ratio von Gezeiten. Denn dieser Clock Devider ist extrem flexibel einzusetzen, da die Clock-Teilungen per Regler oder CV-Modulation erfolgen können…