Auch der Volca Sample ist Teil des Live-Setups bei der Concert+Dialogue Tour, der die erfolgreiche Volca-Serie jüngst mit einem Sample-Drumcomputer ergänzte. Eine preiswerte und platzsparende Möglichkeit, frischen 80er Sampling-Flair ins Setup zu stellen. Und für unsere auf Live-Jam-Sessions basierende Tour ein sehr schönes kleines Tool, mit dem schnell interessante Beats möglich sind.

100 Samples … und wie man mehr draus macht:
Volca Sample!

Wie übrigens sämtliche Geräte der Volca-Serie sollte man auch den Volca Sample auf keinen Fall unterschätzen. Mit seinen Edit-Möglichkeiten, lassen sich spontan aus dem vorhandenen Sample-Material völlig unerwartete Sounds schrauben, wobei alles sehr einfach über ein sinnvoll angelegtes Parameter-Set zu erreichen ist. Sogar Granular-Effekte lassen sich aus den bis zu 100 gespeicherten Samples locken. So werden aus typischen Drumcomputer-Beats im Handumdrehen ultra-moderne Sample-Trash-Beats mit viel Lofi-Charme. Und alles in allem kann der Volca Sample ganz schön fett klingen.

Schnell mal einen Groove eintippen

So wie alle Volca-Geräte ist auch der Volca Sample auf schnelles intuitves Beat-Programming ausgelegt. Mit 10 Sounds, 10 speicherbaren Patterns und 3 Songs hat man eigentlich alles, um ein kleines Live-Set vorzubereiten, alles andere kann spontan geschehen. Alles ist so einfach angelegt, dass man die wichtigsten Funktionen bei einem Live-Jam sicher bedienen kann. Man kann die Instrumenten-Spuren eintippen, was auf dem kleinen Touchfeld schon etwas fummelig sein kann, oder man schaltet in die Step-Eingabe – das entspricht dann der klassischen Lauflicht-Programmierung der Drum-Computer der 80er Jahre.

Groove-Programming und Sound-Design

Ein weiteres tolles Feature gerade bei der Live-Anwendung ist das kleine Reglerfeld, über welches man die Sounds sehr stark manipulieren kann. Man sollte den Volca Sample daher nicht einfach als Preset-Sampler betrachten, so wie es für die meisten preiswerten Drumcomputer zutrifft. Man kann und soll auch gerne an den Sounds schrauben, um neue aufregende Beats zu erfinden. Man entdeckt eigentlich immer wieder etwas neues, da man die Samples im Tuning bis zur Unkenntlichkeit verzerren kann.

Tiefer gepitchte Sounds erzeugen dann jede Menge Dreck durch die Aliasing-Verzerrungen – das ist purer 80er Sample-Retro. Und durch die entsprechende Nachbearbeitung durch Sample-Start, Sample Length, Pitch-Envelope und Amp-Envelope kann man sehr tief in die Sounds eingreifen. Wovon ich beim Beat-Programming äußerst gerne Gebrauch mache, ist die Reverse-Funktion, welche die Abspielrichtung eines Samples umkehrt. Außerdem kann man Sounds auch Loopen, bei variabler Loop-Länge. Man muss nur ein wenig herumprobieren und sich von den verdrehten Sounds inspirieren lassen, um auf völlig neue Ideen zu kommen. Und ein eben noch einfacher Drumbeat kann mit ein paar Tweaks in einen abgefahrenen Groove verwandelt werden. Ein wichtiges Tool dabei sind die Motion Sequenzen: Jeder Sequenzer-Track kann auch Reglerbewegungen aufzeichnen.

Im Unterschied zu vielen anderen Volcas ist der Volca Sample stereo ausgelegt. Samples können stereo sein und die Sounds lassen sich im Panorama positionieren. Bei klaren 4-on-the-Floor-Beats schätze ich eine mittige Positionierung der Sounds, während eher trickige Beats gerne im Panorama aufgeteilt werden können. Eine weitere Klangebene kann man mit dem Reverb erzeugen. Die Sounds lassen sich separat auf den Hall-Effekt routen, der Reverb kann dann insgesamt in der Intensität (dry/wet) eingestellt werden. Auch wenn es sich um einen sehr einfachen Hall handelt, ergeben sich so schöne Klangbewegungen.