Der kleine Bruder des polyfonen Korg Minilogue ist ein kompakter monofoner Analog-Synthesizer und spielt bei unserer Concert+Dialogue-Tour ganz vorne mit. Ist polyfon nun besser, monofon ein Nachteil oder einfach nur günstiger im Preis? Weder noch, handelt es sich doch lediglich um unterschiedliche Synthesizer-Konzepte. So betrachtet ist der Korg Monologue nicht einfach „ein Viertel“ des 4stimmig polyfonen Korg Minilogue, auch wenn er in weiten Teilen auf der gleichen Tonerzeugung basiert.

Klein, handlich… aber der Sound!

Der Korg Monologue besitzt durchaus einige Details, die zum Konzept eines monofonen Synthis einfach besser passen – andersherum geht diese Gleichung genauso für den polyfonen Minilogue auf. Der Monologue kostet etwa die Hälfte vom Preis des Korg Minilogue und kommt mit einem kleineren Keyboard aus – mit 35 cm Breite passt er in jedes noch so kleine Setup und ist mit Batteriebetrieb auch für unterwegs gedacht. Aufgrund der kleineren Tastatur möchte man ihn spontan vielleicht in die Abteilung Bass-Synthesizer einordnen – dort ist er sicher auch gut platziert, er kann aber deutlich mehr: Leadsounds, abgedrehte Modulationssounds, Sequenzen und sogar völlig durchgeschepperte Drummachine-Beats kann er. Und dass alles mit nur zwei Oszillatoren, einem Lowpass-Filter und einem 16-Step-Sequenzer. Wow! Was aus diesem kleinen Analog-Synthesizer an Sound herauskommt. Und dann dieser dicke Analog-Sound.

Korg Monologue: Sounds schrauben im Sweetspot

Auch das Bedienkonzept unterscheidet sich deutlich vom Korg Minilogue. Der Monologue kommt z.B. mit vereinfachten Envelopes aus, besitzt keinen Delay-Effekt, keinen dritten Noise-Oszillator und er beherrscht auch Crossmodulation nicht… Bemerkenswert aber ist das konsequent durchdachte Design des Monologue, das wie beim Minilogue auf die Live-Performance ausgerichtet ist. Man kann absolut spontan und kreativ Klänge formen und das Sounds-Schrauben in seine Performance einbeziehen. Sequenzen einspielen oder step by step eingeben und dann Modulationen hinzugeben – alles fließt in die Performance ein.

Ein weiterer Pluspunkt: Der Sweetspot dieses Synthesizers! Die Wertebereiche der Klangparameter sind immer so dimensioniert, dass der Sound in den meisten Situationen durchsetzungsfähig bleibt. Gerade wenn man live mit dem Gerät unterwegs ist und spontan an den Sounds schrauben will, ist das ein großer Vorteil. Außerdem natürlich ein Vorteil für den Live Einsatz ist die Möglichkeit, bis zu 100 Sound-Patches zu speichern. Ab Werk bringt der Monologue bereits viele gute Sounds mit, welche die Vielseitigkeit des kleinen Synthesizers eindrucksvoll zeigen. Immer aber lädt das übersichtliche System dazu ein, spontan selber an den Sounds zu drehen.

Korg Monologue Oszillator Sektion

Die Oszillatoren des Korg Monologue

Mit zwei Oszillatoren lässt sich eine Menge anstellen, sie sind zunächst mit den Grundwellenformen SAW, TRIANGLE, SQUARE ausgestattet, OSC2 bietet dann noch die Optionen NOISE, SYNC und Ringmodulation. Genug Möglichkeiten also, um das gesamte Spektrum an klassischen Synthesizer-Sounds abzubilden. Wie beim Minilogue lassen sich die Wellenformen auch beim Korg Monologue über den SHAPE-Regler verformen. Das kann man sehr schön nutzen, um z.B. ein Sequenzermotiv im Klang zu variieren, ohne dafür immer gleich zum Filter-Cutoff-Regler zu greifen. Wirklich super, welcher Klangreichtum aus diesem kleinen Synthesizer rauszuholen ist. Über den LFO kann man den SHAPE-Parameter auch modulieren. Ganz klassisch entsteht bei der Rechteckwellenform – man nennt es auch Pulsweitenmodulation – dann ein komplex schwebender Klang, so in etwa als würden drei Oszillatoren gleichzeitig schwingen.

Auf den ersten Blick vermisst man die Oktaveinstellung für den zweiten Oszillator – das ist aber in Verbindung mit den beiden Oktavschaltern (OSC1 und OCT) sehr clever gelöst. Die typischen Sub-Oktav-Bass-Sounds sind für den Monologue überhaupt kein Problem. Auch bis in die höchsten Höhen kommt man, wenn man beide Oktavschalter auf Maximum stellt. Dabei kann man vor allem in der Warmlaufphase des Synthesizers schon mal feststellen, dass die Oszillatoren nicht ganz stimmen – mit einem Tuning-Durchlauf hat sich das dann aber schnell wieder erledigt. Der Monologue ist nun mal eine Analog-Synthesizer! Ansonsten verhält er sich aber sehr stimmstabil.

Modulationen

Die Envelopes sind sehr effektiv auf den schnellen Zugriff zugeschnitten. Man hat nicht den kompletten Zugriff auf einen ADSR für Filter und Amplifier, sondern zwei Regler für Attack und Decay/Release sowie einen Intensity-Regler. Das grundlegende Verhalten und die Modulationsziele werden ganz einfach per Kippschalter eingestellt. Anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber eben doch super einfach – vor allem beim Livespielen. Um aus einem Lead- oder Bass-Sound einen perkussiven Sequenzer-Sound zu machen, muss man nur den TYPE-Schalter in die obere Stellung bringen, Decay zudrehen – fertig. Vor allem ist man schnell, wenn man mit dem Korg onologue Sounds schraubt. Und genau darauf kommt es beim Live-Performen an: Schnell und sicher eine Sound-Idee umsetzen.

korg monologue envelope

Sehr anders als beim Minilogue verhält sich der LFO, denn beim Korg Monologue ist der Frequenzbereich des Hilfsoszillators deutlich vergrößert worden. Die LFO-Rate reicht bis weit in den hörbaren Frequenzbereich und kann für krasse FM-Effekte genutzt werden. Pitch-FM, Filter-FM und auch die Frequenzmodulation auf die SHAPE-Funktion kann sehr interessante Klänge produzieren. Moduliert man das Pitch der Oszillatoren durch hochfrequente LFO-Modulationen, verliert der Monologue seine Grundstimmung, möchte man diese für Frequenzmodulationen beibehalten, dann ist Filter-FM die richtige Wahl. Es klingt ein wenig harscher noch als die Pitch-Modulation und es ergeben sich weitere Zusammenhänge mit Filter-Cutoff-Frequenz und der Filter-Resonanz. Hierbei kann der Monologue sehr, sehr böse Modulationsklänge erzeugen. Das macht riesigen Spaß und ermöglich die bizarrsten Solo-Sounds. Hier sollte man immer auch mal einen Blick auf das Oszilloskop-Display werfen!

Step-Sequenzer mit klassischer Lauflicht-Programmierung

Ein wichtiges Element bei den Live-Jams unserer Concert & Dialogie-Tour ist der Step-Sequenzer von Minilogue und Monologue. Der Step-Sequenzer wird durch die 16 großen rot leuchten Buttons dargestellt, mit denen man Steps ein- und ausschalten kann, aber auch einen Step zur Eingabe von Modulationswerten anwählt. Man muss nicht wie beim Minilogiue zwischen den Steps 1-8/9-16 umschalten und hat direkten Zugriff auf die Situation der Steps und das Timing immer im Blick. Der Sequenzer ist ein echtes Live-Performance-Tool, da man so wunderbar intuitiv damit arbeiten kann. Play drücken, ein paar Steps über die Tastatur einspielen oder die Sequenz per Step-Eingabe erstellen, derweil an den Reglern schrauben und bis zu vier Motion-Sequenzen aufzeichnen, um Klangverläufe in die Sequenz zu integrieren. Das ist kinderleicht!

korg monologue step sequenzer

Step-Sequenzen mit Trigger und Transposition variieren

Anders als beim Minilogue bietet de Monologue die Möglichkeit, Step-Sequenzen über die Tastatur während des Laufs zu transponieren. Mit jedem neuen Tastenanschlag wird außerdem die Sequenz neu vom ersten Sequenzer-Schritt gestartet. Damit ergeben sich wiederum viele neue Möglichkeiten. Vorteilhaft ist, dass man die Wahl hat zwischen dem linearen Sequenzerlauf und der Trigger/Transpose-Funktion. So kann man im linearen Play-Mode eine Sequenz laufen lassen und spontan auf der Tastatur dazu spielen, um das Sequenz-Motiv zu variieren. Dabei kann man schnell auf REC drücken und die vorhandene Sequenz verändern. Wirklich toll, wie sich auf diesem Wege ein musikalisches Motiv ständig weiterentwickeln lässt. Das Motiv wiederum kann man dann mittels Trigger-Funktion phrasieren – bedeutet: Die Sequenz läuft nur solange man eine Taste auf der Tastatur spielt. Oder man aktiviert die HOLD-Funktion: So läuft die Sequenz nun immer komplett im Loop, kann aber zusätzlich über die Tastatur in andere Tonarten transponiert werden.

korg monologue sequenzer trigger